

Die Debatte über die Anforderungen in der Pflege und Betreuung alter Menschen hat den Fokus auch auf das Thema „Wohnen im Alter“ gelegt. Die Volkshilfe hat diesen Trend frühzeitig erkannt und arbeitet an innovativen Wohnkonzepten für ältere Menschen.
Selbstbestimmt in Gemeinschaft
Das Grundprinzip der Seniorenwohngemeinschaft lautet: Mehrere Menschen wohnen gemeinsam in einer Wohnung. Einerseits um dadurch Geld zu sparen und andererseits um lebensbejahend Miteinander zu leben. „Immer mehr Menschen und hier vor allem Frauen leben alleine“, erklärt Elisabeth Huber vom Volkshilfe Forschungs- und Entwicklungsinstitut Connect. „Wie internationale Studien belegen, bringen gemeinsames Wohnen und regelmäßige Sozialkontakte eine deutliche Steigerung der Lebensqualität mit sich“.
Barrierefreie Ausstattung und persönliche Einrichtung
Die Wohnung ist 160 m2 groß und integriert vier getrennt begehbare Einzelzimmer zu je 20m2. Jedes dieser Zimmer hat ein eigenes Badezimmer inklusive Toilette, damit für die Bewohnerinnen so viel Privatsphäre wie möglich gewährleistet ist. Zusätzlich gibt es eine gemeinsame Küche, ein Wohn- und Esszimmer, einen Wirtschaftsraum und eine großzügige Terrasse, die gemeinsam genutzt werden können. Alle Räume sind selbstverständlich barrierefrei gestaltet und können ganz nach dem persönlichen Geschmack der Bewohnerinnen eingerichtet werden. Die Grundausstattung in den Badezimmern sowie in der Küche (Induktionsherd, Backofen in Brusthöhe etc.) ist bereits vorhanden. Ein Senioren- Notruftelefon ist vorinstalliert und kann bei Bedarf frei geschaltet werden.
Professionelle Unterstützung durch Sozialpädagogin
Um den Bewohnerinnen den Umzug aus der alten in die neue Wohnung zu erleichtern, stellt die Volkshilfe Steiermark als Träger der Seniorenwohngemeinschaft vorerst eine sozialpädagogische Fachkraft zur Verfügung, die die Seniorinnen beim Einzug ins neue Zuhause unterstützt. Danach besucht sie bei Bedarf die Mieterinnen einmal in der Woche um
die Gruppe in der Alltagsgestaltung zu unterstützen, einen etwaigen Betreuungsbedarf zu erheben und als feste Bezugsperson für Kontinuität in der Wohngemeinschaft zu sorgen.
Lebendig sein – dazu gehören
Alter darf nicht zur Ausgrenzung führen. Dieser Volkshilfe-Grundsatz wurde auch im Konzept der Seniorenwohngemeinschaft berücksichtigt. Deshalb wurde die Wohnung mitten in einem Siedlungsneubau in Kapfenberg angesiedelt, um die Integration der Seniorinnen in die Stadtgemeinschaft zu gewähren.
Zentral daheim
Die Nähe zum Kapfenberger Zentrum war ein zentraler Aspekt in der Auswahl des Standortes. So haben die Bewohnerinnen der Wohngemeinschaft jederzeit die Möglichkeit Besorgungen zu erledigen, ohne dafür öffentliche Verkehrsmittel benutzen oder fremde Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen.
SeniorInnen bestimmen mit
Um die Bedürfnisse der künftigen Bewohnerinnen so gut wie möglich zu treffen, organisierte das Volkshilfe Institut Connect im Vorfeld so genannte Planungstreffen. Die TeilnehmerInnen wurden zu ihren Wünschen und Bedürfnissen in Bezug auf eine Seniorenwohngemeinschaft befragt. Auf Basis dieser Gespräche und Diskussionen fußt sowohl die bauliche Umsetzung der Wohngemeinschaft als auch die Auswahl der Lage. „So wie wir unsere Jugend und unser Erwerbsleben individuell gestalten, so werden wir auch die Jahrzehnte danach individuell gestalten wollen. Diesen mitunter sehr verschiedenen Vorstellungen von “Wohnen im Alter” will die Volkshilfe Rechnung tragen, deshalb ist es besonders wichtig, die Zielgruppe selbst in die Planung miteinzubeziehen“, erklärt Christian Pirker, Leiter des Volkshilfe-Sozialzentrum Bruck.

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